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32. Hausbesichtigung
Dima und ich lagen gemeinsam auf seinem Sofa und löffelten Torte, die Frau Amanda vorbeigebracht hatte. Ich hatte das Gefühl, dass sie mittlerweile absichtlich zu viel Kuchen für ihre Damenrunde vorbereitete, damit sie später etwas im Haus verteilen konnte. Seit unserem gemeinsamen Grillen im Hof hatte sich einiges im Haus verändert und ich genoss, wie…
31. Beziehungen
Mein Bruder hatte sich seinen Spontanbesuch bei Jan Kaminski sicher anders vorgestellt. Auch wenn ich sonst Meisterin der Fettnäpfchen war, hatte ich in dem Moment zwischen zwei aufgebrezelten Schönlingen mit knallroter Birne verstanden, dass es Zeit war zu gehen. Erst hatte ich die Welt nicht verstanden, warum mein Bruder mich nicht eingeweiht hatte. Später stellte…
30. Zimmerpflanzen
Die Sonne knallte ohne Erbarmen auf meinen Terrassenvorplatz und die Schweißperlen liefen mir den Bauch hinab und das, obwohl ich meine Füße mittlerweile oben auf die Monsterkrallenschuhe gestellt hatte. Ich saß auf meiner kleinen Gartenkombi aus Klappstuhl und Minitisch, den Kopf und meinen Laptop unter einem Bettlaken. Leider fehlte mir noch so etwas wie ein…
29. Junggesellinnenabschied
Die Woche hatte sich angefühlt wie eine Fahrt im Schnellzug, überall kurz anhalten, dann weiter und dazwischen irgendwas zwischen hungrig und müde. So viel Trubel war ich nicht gewohnt. Am Mittwoch hatte mir Marie Lissy vorbeigebracht und die anderen Tage hatte ich entweder im Büromarkt oder im Freizeitpark verbracht. Dima tagte derweil in Luzern und…
28. Betriebsfeier
Dima gefiel die Idee mit dem Maskottchen-Job überhaupt nicht. Wir saßen auf meinem kleinen Vorplatz in der Sonne, die Füße auf der Mauer und diskutierten. „Was, wenn dich auch so ein Idiot angreift in dem unförmigen Kostüm? Willst du dann mit deinen überdimensionierten Platschfüßen wegrennen?“ „Ich hatte eher an draufschmeißen gedacht!“, lachte ich. „Das ist…
27. Hühnerplakat
Marie stand mit Lissy an meiner Haustür und trug eine gigantische Sonnenbrille. „Dein Briefkasten platzt schon wieder!“, sagte sie und zupfte einige herausstehende Briefe aus dem Schlitz. „Willst du noch reinkommen?“, fragte ich, als Lissy zwischen uns hindurch in meine Wohnung schlüpfte. Marie drückte mir die Briefe in die Hand und nahm ihre Brille ab.…
26. Grillparty
Die Glasscherbe in meiner Hand tat überhaupt nicht weh. Ich stand vor meiner neutralen Wand mit offener Tür im Tageslicht und experimentierte an einer Selfie-Idee herum. Im Internet hatte ich ein Bild von einer coolen Doppelbelichtung gesehen und bedeckte nun zum Fotografieren abwechselnd meine Augen mit der Scherbe. „Du siehst ein bisschen aus wie Geordi…
25. Do not disturb
Endlich hat es mal geklappt. Marie, das Bild ist für dich! Wir hören uns nächste Woche, denn jetzt tauche ich mit Dima ab. Adieu, bis bald!
24. Schlüsseldienst
Seit Marie dieses unmögliche Interview von Marco Schechwanzur entdeckt hatte, gab es in meiner Familie kein anderes Thema mehr. Sogar Dima steigerte sich immer mehr hinein. Er saß mit einer Tasse Kaffee am Küchentisch und blätterte die Seiten des Magazins vor und zurück. Er wurde immer hektischer, das Papier ächzte und er riss beinahe die…
23. Kängurutest
Maria saß mir auf meinem Sofa gegenüber. „Was schreibst du da?“ „Tagebuch!“ „Glaubst du, es ist eine gute Idee, wenn du in deinem Zustand Tagebuch schreibst?“ „Das hört sich ja an, als wär‘ ich schwanger! Ich bin nur nicht ganz nüchtern.“ „Können wir uns vielleicht unterhalten bis Johannes kommt? Du bist total abwesend!“ „Das nennt…
22. Oslo
Fast hätte ich meinen Zielbahnhof verpasst. Züge wirkten auf mich immer wie Schlaftabletten. Nach der fünften Bodenwelle war ich weg und wachte erst wieder auf, wenn die aussteigenden Menschen mich beim Schieben durch die Gänge anstießen oder mir mit ihren Rucksäcken einen verpassten. Dieses Mal hatte ich mir einen Wecker gestellt, den Flieger nach Oslo…
21. Schlittenhund
Meine Freundin Vieke war ein absolutes Goldstück. Sie hatte mich erst zu Dima ins Krankenhaus gebracht, damit er seinen Autoschlüssel zurückbekam, war in der Zeit mit seinen Hunden Gassi gegangen und hatte mich danach mit Pumpkin und TNT bis nach Hause gefahren. Mittlerweile war Alltag eingekehrt und ich ging wieder in den Büromarkt. Dima hatte…
20. Bitte nicht fressen!
Dima hatte mir endlich eine Nachricht geschickt, nachdem er sein Handy für eine Weile im Krankenhaus ausgeschaltet hatte. „Blinddarm! Ich melde mich nach der OP.“ Jetzt war klar, woher seine Schmerzen kamen, aber ob es ihm gutging, wusste ich nicht. Meine Freundin Vieke versuchte, mich abzulenken. „Jetzt musst du eh erstmal abwarten“, sagte sie, „wenn…
19. Cabrio Tour
Dima hatte das Dach seines Käfer Cabrios aufgeklappt, als ich mit meinem Rucksack die Kellertreppe hinaufkam. TNT saß auf der Rückbank und sah mich kommen. Sie trug etwas auf dem Kopf, das aus der Ferne aussah wie ein Mini-Motorradhelm. „Hab‘ ich neu gekauft, passend zum neuen Auto!“, sagte Dima, als ich auf ihren lustigen kleinen…
18. Goldköfferchen
„Hast du einen ordentlichen Koffer?“ Meine Schwester Marie stand in der Mitte meiner Einzimmerwohnung und guckte sich um. Ein Großteil meines Krempels, der eigentlich nach dem Umzug keinen Platz mehr hatte, schlummerte in Umzugskisten. Ein anderer Teil aber steckte in Taschen und Köfferchen verschiedener Größe. „Ich habe einen Reisekoffer. Aber für ein Wochenende reicht doch…
17. Hühnerhaufen
Pumpkin hatte seinen flauschigen Hundekopf auf meiner Schulter abgelegt und schnarchte mir gleichmäßig ins Ohr. Mein Nachbar Dima war heute beruflich verreist und hatte mich gebeten, am Nachmittag auf seine zwei Hunde aufzupassen. TNT lag in ihrem Körbchen und zuckte im Traum mit den Beinen. Komisch, dass Schlafgeräusche von Hunden einen viel positiveren Effekt auf…
16. Hatschi-Hase
Mein Kugelschreiber kritzelte zarte Federbüschel auf die Tapete. Das Kunstwerk an der Wohnzimmerwand hatte mittlerweile beachtliche Ausmaße angenommen. Gut, dass beim Einzug die Farbe nicht für die ganze Fläche gereicht hatte. Neben mir hatten sich mittlerweile Dima, Frau Amanda, meine Freundin Jenna und meine Nichte Lissy in schwarz und blau ausgetobt. Wenn man dicht davor…
15. Verfolgungsjagd
Fünf Stunden unter Dauerbeobachtung meiner Chefin im Büromarkt und dann Hagel auf dem Rückweg. Das war zu viel. Ich schleppte mein Rad die Stufen hinunter ins Souterrain und fummelte das Schloss durch die Speichen. Jetzt nur noch aufs Sofa und Musik aufdrehen. Mein Blick fiel auf den Briefkasten. Er beulte sich schon so weit nach…
14. Party in orange
Es klingelte an der Tür. Ich schreckte hoch und riss mir die Bambi-Schlafbrille vom Gesicht. Mein Wecker zeigte kurz vor acht. Um diese Zeit durfte bei mir maximal ein Expressbote vor der Tür stehen. Es klingelte ein zweites Mal, dann ungehaltenes Klopfen. „Mach auf, Iso! Ich muss gleich zur Arbeit!“ Das war die liebliche Stimme…
13. Antreten!
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so entspannt die Welt aus dem Fenster eines Autos mit Sitzheizung betrachtet hatte. Herr Gupta war mit mir zum Abschleppdienst gefahren. Als Dankeschön fürs Hundesitten schätze ich. Nach etwas Gefeilsche mit dem Schrotthändler beulten nun 700 Euro meine Hosentasche aus. Die Dekokissen und Taschen, die…
12. Hundesitter
Im Büromarkt herrschte tote Hose, komisch für einen Samstag. Meine Chefin lag schon die ganze Woche mit Fieber im Bett und die Arbeit zog sich langsam dahin. Mittags packte ich meinen Rucksack und verabschiedete mich von den Kolleginnen, die an der Kasse standen und quatschten. Die Ruhe passte mir gut, denn ich hatte noch endlos…
11. Mystery Shopper
Ich schlürfte morgens den restlichen Krautsalat vom Vorabend aus der Schüssel. Mein neues Lieblingsrezept – Weißkohl, heißer Essig und etwas würzen, fertig! Billiger ging’s nicht. Draußen legte der Frühling los, mit kleinen Krokussen entlang meiner Treppe. Besser konnte der Tag nicht beginnen. Meine Schwester Marie hatte sich mit dem neuen Thema für ihre Selfie-Challenge ein…
10. Briefkasten des Grauens
Ich lag auf meiner Matratze unter der Treppe und zählte die Stufen. Das schlaffe Aufblaskänguru verdeckte zwar einen Teil davon, aber an den Seiten guckten die grau lackierten Kanten hervor. Ich streckte meine Beine in die Höhe und berührte mit den Zehen die Stufen. Auch ein gutes Fotomotiv, dachte ich… ‚unter der Treppe laufen‘. Die…
9. Stadtsafari
Die Sonne schien senkrecht auf meinen kleinen Kellervorplatz und wärmte die Steinplatten. Ich saß mit geschlossenen Augen auf einem Klappstuhl, Füße auf der Treppe zum Gehweg und entspannte mich. In den Büromarkt musste ich erst morgen wieder. Durch die geöffneten Türen meiner Wohnung roch ich die trocknende Wandfarbe. Herrlich, es ging voran. Vieke und Jenna…
8. Pumpkin und TNT
Ich sah aus wie ein vollgepackter, amerikanischer Zeitungsjunge, der die Nachrichten eines ganzen Monats auf dem Fahrrad hinter sich herzog. Die elf Kilometer hin zur Verwahrstelle der Polizei waren ja noch gegangen, aber nun zurück mit Umzugskartons und Sofakissen waren eine andere Nummer. Meine Füße glühten vom Strampeln in die Pedale und ich befürchtete, irgendwo…
7. Catch me!
Mein Bruder Johannes hatte mich erst am Dienstag auf dem Weg zur Arbeit nach ewigem Hin und Her mit dem Makler am vereinbarten Treffpunkt abgesetzt. Es hatte eine Weile gedauert, bis ich bepackt mit meinen Rucksäcken und Bettzeug den Eingang gefunden hatte. Tatsächlich existierte gar kein klassisches Geschäftsgebäude, sondern der Makler arbeitete von seinem umfunktionierten…
6. Mirabelle und Clementine
Ich keuchte meinem Bruder hinterher die Treppen in den dritten Stock hinauf. Altbau wohlgemerkt und beladen mit einem Rucksack vorne, einem hinten und Bettzeug in den Armen. Ich zählte die Stufen, weil ich die Decke so weit oben halten musste, dass ich die Treppe nur erahnen konnte. „Stell deine Sachen in den Abstellraum, ok?“ Johannes…
5. Peng, peng!
Die nächste Frisur war fällig! Ich saß auf einem Küchenstuhl und von meinem Kopf standen struppige Zöpfe in alle Himmelsrichtungen ab. Zwischen meinen Beinen klemmte eine Heliumflasche, die Marie mir zum Entsorgen nach dem letzten Kindergeburtstag von Lissy mitgegeben hatte. Ein bisschen Gas war noch drin, also hatte ich sie aufgehoben. Womit meine Schwester sicher…
4. Fett-hair-day
Ich stand im Supermarkt und wog zwei Flaschen Öl in meinen Händen. Zehn Euro Unterschied, aber für meine Zwecke spielte Qualität keine Rolle. Fett ist Fett, dachte ich mir, jedenfalls wenn man eine Wette gewinnen will. Ich zupfte an meiner Mütze herum und schob unauffällig eine herausgerutschte Strähne zurück. Eigentlich hatte ich mit meinem „Fett-hair-day“…
3. Von Nestern und Schweinchen
Ich saß weit zurückgelehnt am Küchentisch und rührte in meinem Tee, so vollgestopft, dass der oberste Knopf meiner Hose offen stand. Mareike aus dem Büromarkt hatte Brötchen ausgegeben. Die jungen Kolleginnen verschmähten wie immer das Essen, ich schätze, wegen ihrer Insta-Traumkörper. Nach kurzem Überlegen hatte ich beschlossen, ihre vier Portionen einfach mitzuessen. Sechs Brötchenhälften später…
2. Post von Marie – bad hair
Es war Mittwochmorgen und ich lag ausgestreckt in meinem zerwühlten Bett. Das neue Jahr startete, wie das alte sich verabschiedet hatte. Auf der Fensterbank standen Spike und Eddy, meine runzeligen Kakteen und sonnten sich. Prinzessin-Power-Pony pendelte friedlich an ihrer Angelschnur über meinem Kopf. Meine Nichte Lissy hatte mir das Pappmaché-Einhorn vor zwei Jahren geschenkt. Sein…
1. Die Silvester-Wette
Meine Schwester hat alles. Ich habe nichts, findet sie jedenfalls. Was unsere Vornamen betrifft, liegt sie tatsächlich weit vorne. Sie hat das große Glück ein Jahr älter zu sein als ich, deshalb hatte sie auch als erste Namenswahl. Wir heißen alle drei nach unseren Großeltern, also bekam sie den Namen Marie. Dieser Klang, wie ein…

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